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10.11.2016
 
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Was bedeutet Golf für mich?

Was es heisst, sich mit allen Schwierigkeiten, Problemen und Freuden für seine ausserschulische Disziplin einzusetzen, hat eine Schülerin in einem kurzen Exkurs versucht darzustellen.

Wir sind der Meinung, das ist ihr eindrücklich gelungen und deshalb wollen wir Ihnen diesen Text nicht vorenthalten.

Viel Spass beim Lesen:

Natürlich wurde mir die Frage, weshalb ich Golf spiele schon tausend Mal gestellt. Bei den meisten antworte ich dann ziemlich oberflächlich, da man es nicht so einfach erklären kann. Ich investiere natürlich sehr viel Zeit, Geld und Nerven in diesen Sport und dies mache ich auch gerne. Trotzdem habe ich mich jetzt noch einmal genau gefragt weshalb dieser Sport?

Als ich sechs Jahre alt war machte ich meine ersten Erfahrungen mit einem Golfschläger.
Mit 10 Jahren spielte ich schon mein erstes Turnier. Als ich mit 11 Jahren dann regelmässig U12 Turniere spielte, wollte ich unbedingt gute Resultate erzielen.
Ich hatte schon damals einen gewissen Ehrgeiz.
Aus den U12 Turnieren wurden dann U14- und Club Turniere. Danach Meisterschaften, U16 und internationale Turniere.

Das Ganze entwickelte sich rasend schnell. In dieser Zeit ist mir gar nicht aufgefallen, wie wichtig mir dieser Sport wurde. Es ist ziemlich schwierig zu erklären, was es bedeutet, wenn einem ein Sport wichtig ist. Ich kann es nur so erklären, dass Golf zuerst eine Art Freundschaft war, irgendwann verliebte ich mich in den Sport und nun bin ich in einer Beziehung mit ihm.
Was heisst eine Beziehung zu führen? Es heisst natürlich, Kompromisse zu schliessen, auf die Zukunft zu vertrauen und Zeit zu investieren. Natürlich investiere ich mehr Zeit in den Sport, als ich in eine Beziehung stecken könnte, da es auch eine Art Zweitberuf ist.
Auch wenn es eigentlich ja nur „Ein Spiel“ ist, zerreisst es mir manchmal das Herz.

Man weiss, wie viel man in die Technik, ins Mentale und Physische gesteckt hat und doch spielt man manchmal einen absoluten Müll zusammen. Im Golf dauert natürlich das Leiden ein wenig länger als bei anderen Sportarten. Im Golf muss man egal wie schlecht man spielt, die 18 Loch beenden. Viereinhalb Stunden können einem, wenn man nicht gut spielt, unglaublich lange vorkommen. Speziell am Golf ist aber, dass man sich praktisch immer wieder retten kann. Man hat viereinhalb Stunden Zeit sein ganzes Potenzial herauszuholen. Wichtig im Golf ist natürlich auch das Mentale. Die Kunst, sich nicht aufzuregen über misslungene Schläge und die Guten im Gedächtnis zu speichern, mag vielleicht einfach klingen, ist es aber überhaupt nicht.

Ich liebe meinen Sport, auch wenn ich manchmal alles hinwerfen könnte. Ich habe auch ganz und gar nicht immer Lust auf Trainings an heissen Sommertagen und trotzdem gehe ich.
Dies, glaube ich, ist der grösste Beweis, dass sich all die Bemühungen lohnen. Ich bin nicht bereit aufzugeben, um keinen Preis und keinen misslungenen Tag. Ich habe viel mehr den Reiz und Ehrgeiz, es nächstes Mal besser zu machen; aus den schlechten Schlägen und Ereignissen zu lernen und aus den guten Selbstbewusstsein zu nehmen.
Im Moment gebe ich mehr an diesen Sport, als ich noch zurückbekomme, doch irgendwann wird sich dies ändern. Ich bin überzeugt, dass ich mit viel Training dahin kommen kann, wo ich hin will.

Golf bedeutet für mich, viele Enttäuschungen, viele verpasste Events, viele Trainings, Fleiss, aber auch viel Spass, Erfolge, sonnige Tage, Erfahrungen, Zufriedenheit und Leidenschaft.

Ich hoffe und glaube daran, eines Tages eine gute Spielerin zu werden, nicht nur wegen des Erfolges oder weil man damit gutes Geld macht, viel mehr weil ich meine Leidenschaft, mein Hobby als Beruf ausüben kann.

A.C., 15 Jahre, verlässt die K&S Zürich nach drei erfolgreichen Schul- und Sportjahren.