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30.01.2015

Prominente Gäste und wichtige Statements am alljährlichen Elternratsanlass
Das vom Elternrat des Schulhauses Im Birch organisierte Podiumsgespräch zum Thema Zeitmanagement/Stressbewältigung konnte mit einer illustren Gästeschar aufwarten. Die fünf Anwesenden - ein Weltmeister, ein Olympiasieger, eine Vizeweltmeisterin und zwei Persönlichkeitsberaterinnen mit unterschiedlichem Ansatz – überzeugten mit ehrlichen und nützlichen Statements.Die Kulisse, ein gerammeltvoller Singsaal, wurde dem Anlass gerecht.
Hier schlagwortartig und unzusammenhängend einige Zitate der Gäste:
• Druck mache ich mir selber, nicht das Umfeld.
• Medien und das erweiterte Umfeld (also nicht die nächsten Freunde oder die Eltern) haben für Niederlagen wenig Verständnis
• Sportler/-innen im Leistungsbereich haben ihre Ziele im Kopf, sie wissen, was sie erreichen wollen. Bei Jugendlichen ohne Leistungshintergrund fehlt diese Zielgerichtetheit oft.
• Ich habe nach meinem Unfall bereits im Krankenwagen zu meinem Trainer gesagt: „Coach, ich bin schon am Heilen!“ So habe ich es geschafft, innert zwei Monaten gesund zu werden und an Wettkämpfen teilnehmen zu können, die laut Arzt nicht möglich waren. Einstellung ist extrem wichtig. Die Faulheit, alles einfach anzunehmen, muss ausgetrickst werden.
• Kritik nehme ich nur von Menschen an, die mich sehr gut kennen und die in mir nicht nur den Sportler sehen.
• Sobald die „Schraube überdreht“ wird, ist man extrem verletzungsgefährdet.
• Trainings mit anderen helfen mir, mich zu motivieren, da meine Trainingspläne vollgepfropft sind mit Sport/Schule/Schlafen.
• Das Hauptziel meines Tuns muss die Beantwortung folgender Frage sein: Wie verliere ich möglichst wenig Energie und Lebenslust in diesem vollgestopften Programm, das ich zu bewältigen habe?
• Die Bedürfnisbefriedigung der Jugendlichen muss gewährleistet sein. Leistungssportler/-innen schaffen es meist, „als wassersuchender Pinguin auch durch die Wüste zu gehen, um an Wasser zu gelangen“, Jugendliche sonst haben mehr Mühe damit.
• Schule und Sport zu vereinen (wie z.B. an der K&S Zürich), nimmt den Jungen auch Druck weg, denn sie wissen, wenn es im Sport nicht klappt, hat man noch die Schule.
• In vielen Fällen will man an eine Sportschule aus Prestigegründen oder persönlicher Veranlassung, nicht weil man die besonderen Strukturen wirklich benötigt. Oftmals wäre der Besuch einer Regelsek empfehlenswerter.
• Ich weiss sofort auf dem Höhepunkt, dass der tiefe Fall/die Krise folgen wird. Das beschäftigt mich ungemein, doch sehe ich die Krise meist auch als Chance.
• Leistungssportler/-innen müssen schon sehr früh eine erwachsene und leistungsorientierte Seite entwickeln. Deshalb ist das Zuhause der geschützte Ort, wo die Jugendlichen abladen können: Schei…..! Ich mag nicht mehr! Ich will nicht mehr. Der ist doof, die ist blöd! etc..
• Wer Sportler im mentalen Bereich begleitet, muss akribisch ausgelesen werden. Das muss zwischen den beiden harmonieren, sonst ist der Austausch von vornherein zum Scheitern verurteilt.
• Den ideal strukturierten Tagesablauf/Wochenplan etc. gibt es nicht, aber es ist hilfreich, mit „wenn – dann“ Plänen zu arbeiten, damit die Bilder im Kopf bereits entstanden sind, bevor die Handlung zur Ausführung gelangt.
• Im Leistungsbereich ist es wichtig, selektionieren/abwägen/abschätzen zu können, was für mich wichtig ist. Diese Strategie hilft, Energie/Ressourcen effektiv und effizient einzusetzen.
• Planen ist aber auch wichtig. Für mich gehört die Tramfahrt zu meiner Lernzeit z.B..
• Entspannung und Erholung gehören zwingend und in ausreichendem Masse in einen augeklügelten Trainingsplan.
• Die Balance finden zwischen dem Stress von Schule und Sport, was grossen Stress erzeugt, und Erholung/Entspannung, ist fundamental und Aufgabe auch eines Trainers.
• Jemand versteigt sich zur Aussage: „Ein Trainingstag kann kein Lerntag sein.“ Diese Aussage wird heftig & divergent diskutiert.
• Zur Vorbereitung eines Wettkampfes gehören:
mentale Übungen ("ich stelle mir vor, wie sich das anfühlt“ oder „ich gehe den Wettkampf bereits vorher bis ins letzte Detail durch“)
viel Schlaf
das Zimmer bis ins letzte Detail stimmig aufräumen – das leert die Unordnung im Kopf; mein Lauf/Kletterstil muss sauber sein. Ordnungsdrang in solchen Momenten ist also wichtig, damit der Kopf frei ist.
• Take Home Messages der Podiumsteilnehmer/-innen:
Prioritäten setzen
s’Läbe gnüsse
Erfolgsbilder im Kopf haben und im Krisenfall hervornehmen
sich immer wieder aus der Distanz anschauen, um festzustellen, wie gravierend ein Problem wirklich ist
Es war eine grosse Freude, die Anwesenden an der K&S Zürich begrüssen zu dürfen. Herzlichen Dank.
Wer nicht dabei war, hat etwas verpasst.
